Montag, 16. Dezember 2019

CHANCEN UND RISKEN IM WERTPAPIERGESCHÄFT

    Allgemeine Hinweise

    Die nachstehenden Produkt- und Risikobeschreibungen fassen zusammen, was ein Anleger wissen muss, bevor er sich für ein bestimmtes Investment entscheidet. Neben den Chancen und Risiken, die mit den bestimmten Typen von Wertpapieren (Anleihen, Aktien, Investmentzertifikaten, Optionsscheine) jeweils verbunden sind, gibt es Umstände, die bei jedem Wertpapiergeschäft bedacht werden müssen. Sie sind Gegenstand dieses ersten Abschnittes.

  • Der Börsenkurs
    Für Wertpapiergeschäfte, die über die Börse abgehandelt werden, gilt jener Preis, der in der Börsesitzung zustande kommt, in der das betreffende Geschäft abgewickelt wird. Die im amtlichen Kursblatt und in Tageszeitungen veröffentlichten Kurse können nur zur Information über bereits erledigte Geschäfte herangezogen werden.

  • Die Ordererteilung
    Kauf- oder Verkaufaufträge an die Bank (Ordererteilung) müssen zumindest beinhalten, welches Investment in welcher Stückzahl oder Nominale, zu welchem Preis und über welchen Zeitraum zu kaufen bzw. zu verkaufen ist.

  • Der Kauf von Wertpapieren auf Kredit
    Der Kauf von Wertpapieren auf Kredit stellt ein erhöhtes Risiko dar. Der aufgenommene Kredit muss unabhängig vom Erfolg des Investments zurückgezahlt werden. Außerdem schmälern die Kreditkosten den Ertrag. Wir raten daher von kreditfinanzierten Veranlagungen ab.

  • Die steuerlichen Aspekte
    Über die allgemeinen steuerlichen Aspekte der verschiedenen Veranlagungsprodukte und Anlagetechniken informiert sie gerne Ihr Kundenbetreuer.

  • Das Kursrisiko
    Unter Kursrisiko versteht man die möglichen Wertschwankungen einzelner Investments. Im Extremfall ist ein totaler Wertverlust nicht ausgeschlossen. Neben der Kursentwicklung der Wertpapiere (Aktien, Anleihen etc..) kann dies auch den Wechselkurs bei einer Veranlagung in fremder Währung betreffen.

  • Das Risiko des wirtschaftlichen Marktumfeldes
    Die Wertentwicklung der Wertpapiere wird von den unterschiedlichen Konjunkturzyklen beeinflusst. In bestimmten Phasen sind bestimmte Anlageformen besser geeignet als andere. Auch das Marktzinsniveau beeinflusst die Wertentwicklung der Wertpapiere. Zusätzlich kann über erhöhte Inflation die Kaufkraft des Kapitals sinken.

  • Das Liquiditätsrisiko
    Die Möglichkeit, ein Wertpapier jederzeit verkaufen zu können, nennt man Handelbarkeit (Liquidität). Wird von einem bestimmten Wertpapier für gewöhnlich nur wenig gehandelt, spricht man von Marktenge. Bei solchen Wertpapieren kann es Probleme bei der Ausführung der Kauf- bzw. Verkaufsorders geben.

  • Das Bonitätsrisiko
    Das Bonitätsrisiko beschreibt die Zahlungsfähigkeit bzw. Zahlungsunfähigkeit des Partners. Das Länderrisiko ist dabei das Risiko, welches in der Zahlungsfähigkeit und Zahlungsbereitschaft (Bonität) eines Staates liegt. Stellt der betreffende Staat ein politisches oder wirtschaftliches Risiko dar, kann dies negative Auswirkungen auf alle in diesem Staat ansässigen Schuldner haben, wenn diese Schuldner selbst gute Bonität aufweisen.

  • Das Transferrisiko
    Bei Veranlagungen im Ausland besteht – abhängig vom jeweiligen Land – das zusätzliche Risiko, dass durch politische oder devisenrechtliche Maßnahmen eine Auflösung des Investments verhindert oder erschwert wird. Weiters können Probleme bei der Abwicklung einer Order entstehen. Bei Fremdwährungsveranlagungen können derartige Maßnahmen auch dazu führen, dass die Fremdwährung nicht mehr frei konvertierbar ist.

    Anleihen

  • Was sind Anleihen?
    Anleihen sind Wertpapiere, die Forderungen verbriefen, wobei der Inhaber Gläubiger ist. Der Käufer (Inhaber) von Anleihen hat Anspruch auf Verzinsung des dem Schuldner überlassenen Kapitals und auf dessen Rückzahlung zum vereinbarten Zeitpunkt. Die Ansprüche sind in den &Mac226;Anleihebedingungen’ genau festgelegt. Anleihen werden am Kapitalmarkt gehandelt. Die Kursbildung von Anleihen entsteht in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage.

  • Welche Vorteile bieten Anleihen?
    Der Ertrag von Anleihen ist in der Regel höher als die Verzinsung auf Konten oder Sparbüchern und in den Anleihebedingungen meist für die Laufzeit unveränderlich festgelegt. Anleihen sind jederzeit zum jeweiligen Marktkurs veräußerbar.

  • Worin besteht der Ertrag von Anleihen?
    Der Ertrag von Anleihen besteht im wesentlichen in der Verzinsung des Kapitals. Bei Verkauf der Anleihe vor Endfälligkeit können Kursgewinne oder -verluste den Gesamtertrag erhöhen oder vermindern. Bei festverzinslichen Wertpapieren wird der Zinsertrag für die gesamte Laufzeit in Form der Rendite angegeben. Diese Rendite wird nach international üblichen Methoden berechnet. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Papier bis zum Ende der vorgesehenen Laufzeit gehalten wird. Bei variabel verzinsten Wertpapieren ist jeweils nur die Verzinsung einer Zinsperiode feststehend und bekannt. Wie der variable Zinssatz festgelegt wird, ist in den Anleihebedingungen genau geregelt. Renditen, die deutlich über dem aktuellen Marktniveau liegen, sollten immer hinterfragt werden. Die Gründe können in Bonität, Liquidität, Währung, Bekanntheit des Schuldners und Entwicklungsgrad des Schuldnerlandes liegen.

  • Wann kann über das eingesetzte Kapital verfügt werden?
    Über das eingesetzte Kapital kann grundsätzlich am Ende der Laufzeit nach der Tilgung verfügt werden. Vor Endfälligkeit bleibt nur die Möglichkeit des Verkaufes zum Marktpreis. Der Kurs hängt von Angebot und Nachfrage ab, die von der allgemeinen Zinsentwicklung bestimmt werden. Steigende Zinsen bedeuten niedrige Anleihekurse und umgekehrt. Über die Zinsen kann zu den Kuponterminen verfügt werden.

  • Worin liegen die Risken?
    Risiko aus Zinsentwicklung (Zinsrisiko)
    Wird das Kapital vor Laufzeitende benötigt, muss die Anleihe zum Marktpreis (Börsekurs) verkauft werden, dieser richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Bei festverzinslichen Anleihen wird der Kurs fallen, wenn die Zinsen für gleichartige Anlageformen steigen (Kursrisiko). Umgekehrt wird die Anleihe mehr wert, wenn die Zinsen für gleichwertige Anlageformen sinken (Kurschance). Wird die Anleihe bis zur Tilgung gehalten, wirken sich zwischen-zeitliche Kursveränderungen auf den Anleger nicht aus. Anleihen mit sehr niedrigem Zinssatz, besonders aber solche ohne laufende Zinszahlung (Zerobonds, Prämienanleihen) reagieren auf Zinsänderungen besonders stark und bieten daher besonders hohe Chancen und Risiken.
    Wird die Anleihe bis zum Laufzeitende gehalten, zahlt der Schuldner dem Inhaber bei Tilgung den Tilgungserlös laut Anleihebedingungen. Preisschwankungen wirken sich dann auf den Inhaber der festverzinslichen Anleihe nicht aus, allerdings bleibt der Zinsertrag auch gleich (Ertragsrisiko bei steigenden, Ertragschance bei sinkenden Zinsen). Variabel verzinste Wertpapiere (Floater) bieten Zinsen, die gemäß den Anleihebedingungen an die Zinsentwicklung eines bestimmten Geld- oder Kapitalmarktes (z.B. 6-Monatsgeldmarkt in Wien) angepasst werden. Dabei können Abschläge auf den Maßstab für die Anpassung festgelegt sein. Die Anpassung bewirkt, dass variabel verzinste Anleihen in der Regel weit geringere Kursschwankungen haben als festverzinsliche. Ist allerdings die Verzinsung an eine Kapitalmarktrendite gebunden, kann auch ein Floater in Zeiten, in denen kurzfristig gebundenes Geld gleich hohe oder höhere Zinsen bringt als langfristiges Geld (inverse Zinsstruktur), starke Kurseinbußen erleiden.

  • Risiko aus der Bonität des Schuldners (Bonitätsrisiko)
    Auch die wirtschaftliche Lage guter Schuldner kann sich verschlechtern. Im schlechtesten Fall kann es zur Zahlungsunfähigkeit kommen. Zinsen und Kapital werden dann nicht, oder nicht vollständig gezahlt. Schon vor Eintritt der Zahlungsunfähigkeit kommt es meist zu einem starken Kursverfall dieser Anleihen. Es gibt Rentenmärkte, in denen die Bonität des Schuldners durch ein Rating (Bonitätsbeurteilung des Schuldners durch eine unabhängige Ratingagentur) festgestellt wird. Die Aussagen gelten aber nur für den Zeitpunkt, zu dem der Schuldner beurteilt worden ist. Ein gutes Rating entbindet den Anleger nicht von der Verantwortung, die Bonität des Schuldners laufend zu überwachen.

  • Risiko aus mangelndem Geschäftsumfang bei einer Anleihe (Liquiditätsrisiko)
    Wie rasch eine Anleihe verkauft werden kann (Liquidität), hängt von mehreren Faktoren ab: Qualität und Bekanntheit des Schuldners, Volumen der Anleiheemission, Restlaufzeit, Börseusancen, Marktsituation. Anleihen mit einem engen Markt sind wenig liquid, können also nur schwer oder gar nicht veräußert werden. Sie sollten nur gekauft werden, wenn absolut sicher ist, dass sie nicht vor dem Tilgungszeitpunkt verkauft werden müssen.

  • Einige Spezialfälle von Anleihen

    Ergänzungskapitalanleihen
    Das sind spezielle nachrangige Anleihen österreichischer Banken. Die Zahlung von Zinsen und die Kapitalrückzahlung sind – unabhängig von noch so guter Bonität – nur in dem Maß erlaubt, als die Bank ausreichende Jahresgewinne erzielt hat. Ob die Tilgung ohne Kapitaleinbuße erfolgen darf, hängt davon ab, ob die Bank während der gesamten Laufzeit ausreichende Gewinne erzielt hat.

    Nachrangkapitalanleihen
    Das sind Anleihen, bei denen der Anleger im Falle der Liquidation des Schuldners erst dann Zahlungen erhält, nachdem den Gläubigern alle anderen, nicht nachrangigen Verbindlichkeiten des Anleiheschuldners gezahlt wurden. Es gibt Sonderformen von Anleihen, bei denen zu den Chancen und Risiken der Anleihe auch jene der Aktien (Wandelschuldverschreibungen) oder von Optionsscheinen (Optionsanleihen) kommen.

  • Was sind Vorrausetzungen für den Erfolg mit Anleihen?
    Der genaue Veranlagungszeitraum muss bekannt sein, wenn man vermeiden will, dass die Anleihen möglicherweise zu einem ungünstigen Zeitpunkt und daher mit Verlust verkauft werden müssen. Zusatzrisiken aus Fremdwährung, schlechter Bonität des Schuldners bzw. geringer Liquidität müssen erkannt, bewusst in Kauf genommen und durch einen ausreichend großen Ertragsvorteil ausgeglichen werden. Auch Anleihen müssen vom Anleger laufend beobachtet werden. Das ist bezüglich der Schuldnerbonität auch dann unbedingt notwendig, wenn die Anleihe nie verkauft werden muss.

    Investmentfonds

  • Was sind Investmentzertifikate?
    Anteilsscheine an österreichischen Investmentfonds (Investmentzertifikate) sind Wertpapiere, die Miteigentum an einem Investmentfonds verbriefen. Investmentfonds sammeln Gelder von Anlegern mit gleichen Anlageinteressen und investieren sie nach dem Prinzip der Risikostreuung.

  • Was ist bei der Auswahl von Investmentfonds zu bedenken?
    Im Grunde kauft ein Anleger nicht ein Investmentzertifikat, sondern Anleihen oder Aktien oder einen Mix daraus und erwirbt zusätzlich die Betreuung des Vermögens durch Anlagespezialisten. Je nachdem, welchen Fondsinhalt ein Anleger wünscht, wählt er aus drei Haupttypen, das sind Anleihefonds, Aktienfonds sowie gemischte Fonds. Fonds können in inländische und/oder ausländische Wertpapiere, die auf Euro oder eine andere Währung laufen, investieren.

  • Welche Vorteile bieten Investmentzertifikate?
    Durch die gemeinsame Veranlagung vieler Einzelbeträge unterschiedlicher Größe können Großanlegervorteile genutzt werden:
 Risikoreduktion durch Diversifikation (Streuung des Investments auf mehrere Titel, Branchen oder Märkte), geringere Spesenbelastung bei Kauf oder Verkauf der Anlagegüter und schließlich die Wertpapierveranlagung schon für kleine Beträge.

  • Worin liegt der Ertrag von Investmentzertifikaten?
    Der Ertrag von Investmentfonds setzt sich aus den jährlichen Ausschüttungen und der Entwicklung des Wertes der Zertifikate zusammen. Die Wertentwicklung ist von der in den Fondsbedingungen festgelegten Anlagepolitik sowie der Kursentwicklung der einzelnen im Fondsvermögen befindlichen Wertpapiere abhängig. Je nach Zusammensetzung eines Fonds sind daher die Hinweise zu Produktprofil und Risiko für Anleihen, Aktien sowie für Optionsscheine zu beachten

  • Wann kann über das eingesetzte Kapital verfügt werden?
    Über das eingesetzte Kapital kann nach Verkauf der Zertifikate verfügt werden. Die Laufzeit des Fonds richtet sich nach den Fondsbedingungen und ist in der Regel unbegrenzt, sodass es keinen fixen Tilgungskurs gibt. Fondsanteile können normalerweise jederzeit zum Rücknahmepreis zurückgegeben werden

  • Worin liegen die Risken?
    Das Risiko aus Kurs- oder Bewertungsänderungen
    Das Risiko bei einer Fondsveranlagung hängt von der Anlagepolitik und der Marktentwicklung ab. Deshalb gelten hier je nach Anlagepolitik jene Risken, die sich auch bei den Risken der einzelnen Wertpapiere (Aktien,Anleihen, etc..) ergeben. Ein Verlust ist daher nicht auszuschließen. Trotz der normalerweise jederzeitigen Rückgabemöglichkeit sind Investmentfonds Anlageprodukte, die typischerweise nur über einen längeren Anlagezeitraum (mind. drei Jahre, ausgenommen sogenannte Geldmarktfonds) gehalten wirtschaftlich sinnvoll sind.

  • Die steuerlichen Auswirkungen
    Für die Ausschüttungen von Investmentfonds österreichischen Rechtes haben private Anleger steuerliche Begünstigungen, die sich je nach Fondstyp unterschiedlich auswirken. Detailinformationen finden Sie bei inländischen Fonds im Rechenschaftsbericht.

  • Das Risiko aus ausländischen Kapitalanlagefonds
    Ausländische Kapitalanlagefonds unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen jenes Landes, in dem die Investmentgesellschaft ihren Sitz hat. Die Vorschriften über die Fondsaufsicht sind oft weniger streng als in Österreich. Die Ausschüttungen ausländischer Investmentfonds, bei thesaurierenden Fonds die ausschüttungsgleichen Erträge, unterliegen ungeachtet ihrer Rechtsform anderen steuerlichen Regeln als die Ausschüttungen von Fonds nach österreichischem Recht. Im Ausland gibt es auch sogenannte 'geschlossene Fonds’, bei denen sich der Kurs nach Angebot und Nachfrage richtet und nicht nach dem inneren Wert des Fonds, vergleichbar etwa mit der Kursbildung bei Aktien

  • Was sind Vorraussetzungen für den Erfolg mit Investmentzertifikaten?
    Wie bei jeder Veranlagung muss sich der Anleger entscheiden, welche Anlagegüter (Anleihen, Aktien, Euro, Fremdwährung) er will. Diese Entscheidung hängt von der individuellen Risikobereitschaft und von der Fähigkeit ab, die Mittel zu binden.
 Die in Investmentzertifikaten angelegten Mittel müssen daher zumindest mittelfristig entbehrt werden können. Aus Investmentfonds benötigte Liquidität muss vorher geplant werden. Nur so kann man vermeiden, dass die Zertifikate zu einem ungünstigen Zeitpunkt und daher mit Verlust verkauft werden müssen. Investmentzertifikate sind nicht für kurzfristige Spekulationen geeignet. Das Management des Fonds nützt aber die Kurschance zu Kauf bzw. Verkauf von Wertpapieren des Fondsvermögens.

    Aktien

  • Was sind Aktien?
    Aktien sind Wertpapiere, welche die Beteiligung an einer Aktiengesellschaft und damit an deren Vermögen verbriefen. Der Käufer von Aktien erwirbt Eigentum am Unternehmen. Die wesentlichen Rechte des Aktionärs sind der Anteil am Gewinn und Vermögen des Unternehmens und das Stimmrecht in der Hauptversammlung

  • Welchen Vorteil bieten Aktien?
    Aktien bieten Anteil am Gewinn und Vermögen eines Unternehmens. Sie verbriefen Anteil an einem Sachwert, eben dem Unternehmen. Das bedeutet, dass der Erfolg des Unternehmens den Wert des Anteils erheblich steigert. Weil die Börse das – möglicherweise mit Verzögerung – durch höhere Kurse honoriert, bieten Aktien die Chance, die Kaufkraft von Vermögen langfristig zu sichern

  • Worin besteht der Ertrag aus Aktien?
    Statistiken beweisen, dass Aktien-Veranlagungen in der Vergangenheit über einen längeren Betrachtungszeitraum in der Regel höhere Erträge gebracht haben, als die meisten anderen Anlageprodukte. Der Ertrag von Aktien setzt sich aus Dividendenzahlungen und Kursgewinnen oder Kursverlusten zusammen und kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden.
 Die Höhe der Dividende wird über Vorschlag des Vorstandes von der Hauptversammlung beschlossen. Der aus der Dividende erzielte Ertrag, bezogen auf den Aktienkurs, wird Dividendenrendite genannt. Diese wird im Regelfall wesentlich unter der in Prozent des Nennwertes der Aktie angegebenen Dividende liegen. Der wesentlichere Teil der Erträge aus Aktienveranlagungen ergibt sich aus der Kursentwicklung der Aktie. Sie spiegelt langfristig die Einschätzung der Ertrags- und Vermögenslage des Unternehmens durch den Markt wider. Der Ertrag aus Kurssteigerungen ist erst dann gesichert, wenn die Aktien verkauft sind

  • Wann kann über das eingesetzte Kapital verfügt werden?
    Aktien haben keine Laufzeit und werden auf Unternehmensdauer ausgegeben. Wer über den Gegenwert von Aktien verfügen will, muss sie verkaufen, wobei der Kurs von Angebot und Nachfrage abhängt. Ein Verkauf ist dabei in der Regel jederzeit möglich.
 Der Handel mit Aktien kann über eine öffentlich geregelte Börse oder außerbörslich erfolgen. Öffentlich geregelte Börsen bieten mehr Anlegerschutz als andere Handelsformen. Beim Handel über eine Börse müssen die jeweiligen Börseusancen (Schlusseinheiten, Orderarten etc.. ) beachtet werden. Bei ausländischen Aktien besteht neben dem Kursrisiko auch ein Währungsrisiko.

  • Worin liegen die Risken?

    Das Kursrisiko
    Die Aktie ist ein Wertpapier, das in den meisten Fällen an einer Börse gehandelt wird. In der Regel wird täglich nach Angebot und Nachfrage ein Kurs gestellt. Durch den Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs kann sich dabei ein Kursgewinn aber auch ein Kursverlust ergeben.

    Das Bonitätsrisiko
    Im allgemeinen orientiert sich der Kurs einer Aktie an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens und an seinen Aussichten. Die Qualität von Unternehmen wird davon bestimmt, inwieweit sie in der Lage sind, den Bedürfnissen des Marktes entsprechende Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln, kostengünstig zu erzeugen bzw. zu erstellen und schließlich zu verkaufen. Eine verschlechterte Ertrags- und Vermögenslage kann zur Insolvenz des Unternehmens und damit zur Wertlosigkeit der Aktien führen.

    Das Liquiditätsrisiko

    Die Handelbarkeit kann bei marktengen Titeln problematisch sein. Aktienkurse in engen Märkten weichen vom inneren Wert der Aktien weit stärker ab als Aktienkurse in einem breiten Markt.

    Das Risiko aus den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen

    Unternehmen wirtschaften unter Rahmenbedingungen, die von wirtschaftlichen, politischen und sozialrechtlichen und technischen Entwicklungen bestimmt werden.
Besonders die Zinsentwicklung hat auf die Unternehmen, aber auch auf den Aktienhandel, starken Einfluss. Steigende Zinsen drücken eher auf die Aktienkurse.

    Das Risiko aus irrationalem Verhalten von Aktienkäufern und – verkäufern
    Auch irrationale Faktoren, wie Stimmungen, Meinungen, Hoffnungen und Ängste können die Kursentwicklung wesentlich beeinflussen und erschweren deren Beurteilung

  • Was sind Vorraussetzungen für den Erfolg mit Aktien?
    Im Gegensatz zu Anleihen werden Aktien nicht getilgt. Falls Liquidität benötigt wird, muss ein Verkauf stattfinden. Die in Aktien angelegten Mittel müssen daher langfristig entbehrt werden können. Aus Aktien benötigte Liquidität muss langfristig vorgeplant werden. Nur so kann man vermeiden, dass die Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt und daher mit Verlust verkauft werden müssen. Eine kurzfristige Spekulation kann sowohl hohe Gewinne, aber auch hohe Verluste bringen. Kann der Anleger sein Aktienvermögen auf Aktien verschiedener Gesellschafter streuen, senkt er dadurch das Risiko aus Bonität und Liquidität.

    Optionsscheine

  • Was sind Optionsscheine?
    Optionsscheine sind zins- und dividendenlose Wertpapiere, die dem Inhaber das Recht einräumen, zu einem bestimmten Zeitpunkt ein bestimmtes Wertpapier (Basiswert zB Aktien, Anleihen) zu einem im vorhinein festgelegten Preis (Ausübungspreis) zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dieses Recht muss nicht ausgeübt werden.
Der Inhaber von Optionsscheinen sichert sich schon jetzt den Preis für ein erst in der Zukunft geplantes Wertpapiergeschäft und ist zum tatsächlichen Abschluss nicht verpflichtet.

  • Welchen Vorteil bieten Optionsscheine?
    Der Käufer eines Optionsscheines erwirbt die Chance, dass der Marktpreis des Basiswertes bei einem geplanten Wertpapierkauf zu dem festgelegten Termin höher bzw. bei einem geplanten Verkauf tiefer ist als der fixierte Ausübungspreis. Die Preisdifferenz abzüglich des Kaufpreises für den Optionsschein ist der Gewinn. Optionsscheine können verwendet werden, um die Kurse für zukünftige Wertpapiergeschäfte im voraus zu fixieren (Kurssicherung) bzw. um aus Kursunterschieden des Optionsscheines selbst Gewinne zu erzielen (Spekulation).

  • Worin besteht der Ertrag aus Optionsscheinen?
    Von Optionsscheinen reift kein Ertrag ab. Erträge erzielt der Optionsscheinkäufer durch Preisvorteile bei Kauf bzw. Verkauf des Basiswertes (Kurssicherung) oder aus Kursdifferenzen beim Optionsschein (Spekulation). Der Ertrag muss durch aktives Handeln (Kauf/Verkauf) erzielt und kann nicht im vorhinein festgelegt werden. 
Der Preis von Optionsscheinen steigt absolut, zB in Euro ausgedrückt, etwa gleich hoch wie der des Basiswertes. Im Vergleich zum Kauf des Wertpapieres selbst, muss für den Optionsschein aber weit weniger Geld eingesetzt werden. Daher führt ein Preisanstieg des Basiswertes üblicherweise zu einem verhältnismäßig größeren prozentuellen Anstieg des Kurses des Call-Optionsscheines; man spricht von Hebelwirkung. Dasselbe gilt sinngemäß für Put-Optionsscheine; diese steigen üblicherweise im Preis, wenn der Basiswert im Kurs verliert.


  • Wann kann über das Geld verfügt werden?
    Optionsscheine sind keine Veranlagungsinstrumente im engeren Sinn. Sie dienen der Kurssicherung oder der Spekulation. Optionsscheine haben in der Regel eine festgelegte kurzfristige Laufzeit. Bei Entwicklung entgegen der Anlageerwartungen kann sich ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ergeben. Während der Laufzeit können Optionsscheine verkauft werden, sie sind jedoch in der Regel illiquider als Aktien, Anleihen oder Investmentfonds. Durch die kurzfristige Laufzeit und die hohe Verlustgefahr eignen sich Optionsscheine nicht zur mittel- oder langfristigen Vermögensanlage.

  • Worin liegen die Risken?
    Das Risiko aus der Entwicklung des Kurses des Basiswertes
    Das Risiko von Optionsscheingeschäften besteht darin, dass sich der Basiswert bis zum Auslaufen des Optionsscheines nicht so entwickelt, wie es bei der Kaufentscheidung erwartet worden ist. Im Extremfall kann das zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Der Kurs des Optionsscheines kann gleich bleiben oder fallen, obwohl die erwartete Kursentwicklung beim Basiswert eingetroffen ist, weil zusätzliche Faktoren auf den Preis des Optionsscheines einwirken.

    Das Risiko aus der Breite der Kursschwankungen des Basiswertes (Volatilität)
    Die zum Kaufzeitpunkt erwartete Schwankungsbreite des Basiswertes (Volatilität) ist der wichtigste Maßstab für die Preiswürdigkeit eines Optionsscheines. Änderungen der Volatilität der Aktienkurse bedeuten verstärkte Änderung des mit dem Optionsschein verbundenen Risikos. Der Kauf von Optionsscheinen mit hoher Volatilität oder mit großem Hebel kurz vor Ende ihrer Laufzeit ist hoch spekulativ.

    Das Risiko aus dem Näherrücken des Verfalls der Option

    Wie viel Zeit für die erwartete Kursentwicklung (Kursanstieg bei Calls, Kursrückgang bei Puts) noch zur Verfügung steht (Laufzeit des Optionsscheines) ist für das Risiko entscheidend. Je näher der Verfall rückt, desto geringer ist die Chance, dass sich der Kurs in die erwartete Richtung entwickelt. Auch aus diesem Grund ist der Kauf von Optionsscheinen mit hoher Volatilität oder mit großem Hebel kurz vor Ende ihrer Laufzeit hoch spekulativ.

    Das Risiko aus zu großem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage
    Optionsscheine werden in der Regel nur in kleiner Stückzahl emittiert. Die Zahl der begebenen Optionsscheine kann auch bei extrem großer Nachfrage nicht aufgestockt werden. Dadurch kann es bei einzelnen Optionsscheinen zu besonders hohen Kursausschlägen kommen.

    Das Risiko aus der Art des Handels mit Optionsscheinen
    Optionsscheine werden nicht nur börslich, sondern auch außerbörslich gehandelt. In vielen Fällen besteht bei außerbörslichen Geschäften ein größerer Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs, der das an sich schon hohe Risiko von Optionsscheinen noch erhöht.

    Das Risiko aus den Optionsscheinbedingungen
    Jeder Optionsschein hat seine eigenen Bedingungen. Diese Bedingungen werden von den Emittenten nach eigenem Gutdünken festgelegt und sind nicht standardisiert. Daher und wegen der Unübersichtlichkeit des Marktes der Optionsscheine ist die genaue Kenntnis der Bedingungen außerordentlich wichtig.
Es ist daher unerlässlich, sich über die genaue Ausstattung zu informieren, insbesondere über:

    Wann wird ausgeübt?

    Wird laufend (amerikanische Option) oder nur am Ausübungstag (europäische Option) ausgeübt?
    
Wie ist das Optionsverhältnis?

    Wie viele Optionsscheine sind erforderlich, um den Basiswert zu erhalten?
Wie hoch ist der Optionspreis?
Wie erfolgt die Lieferung?

    Wann verfällt das Optionsrecht?

    Wann spätestens muss das Optionsrecht ausgeübt werden?
    Die Bank informiert nicht über den bevorstehenden Ablauf des Optionsrechtes und übt es auch ohne ausdrücklichen Auftrag des Kunden nicht aus. Nicht rechtzeitig ausgeübte Optionsrechte verfallen. Auch Optionsrechte, die bei rechtzeitiger Ausübung einen Gewinn gebracht hätten, sind dann wertlos und werden ersatzlos aus dem Depot ausgebucht.

  • Was sind die Vorraussetzungen für den Erfolg mit Optionsscheinen?
    Ist die Sicherung von Kursen für zukünftige Wertpapiergeschäfte beabsichtigt, muss der Aufwand für die Optionsscheine als zusätzlicher Kostenfaktor bzw. bei nicht zustande gekommenen Geschäften als Kurssicherungsprämie gesehen werden.
Ist eine Spekulation beabsichtigt, muss der Totalverlust des Kapitals einkalkuliert werden. Es sollten also nur solche Mittel für den Erwerb von Optionsscheinen herangezogen werden, deren Verlust keine finanziellen Probleme auslösen kann.

  • Optionen und Futures
    Die Chancen und Risiken von nicht in Wertpapieren verbrieften Optionen und von Futures, d.s. standardisierte Termingeschäfte, entsprechen in etwa der Chancen- bzw. Risikoposition der Optionsscheine. Optionen und Futures die nicht an Börsen gehandelt werden, sind mit noch größeren Risiken verbunden.